Ein Leitfaden fürs praktische Jahr Teil 2 – Erfahrungsberichte

In unserem letzten Blogbeitrag gaben wir einen kurzen Leitfaden zum praktischen Jahr an die Hand und beantworteten die Frage: Worauf muss ich bei der Organisation meines Praktikums generell achten? In unserem neuen Blogbeitrag fassen wir fünf Erfahrungsberichte von deinen Kommilitonen*innen zusammen, die an unserem Webinarabend „Das praktische Jahr an der TiHo Hannover“ teilgenommen haben. Sie geben nicht nur Einblick in die praktische Welt der Tiermedizin an der TiHo Hannover – sondern einen Überblick, was dich in Praktika in den unterschiedlichsten Fachbereichen erwartet.

 

 

1. Erfahrungsbericht: Laura, Uni-Kleintierklinik

„Vor der eigentlichen Arbeit in der Klinik gab es eine umfassende Vorbereitung im „Skills lab“. Hier werden wichtige Praktiken nochmal an Stofftieren geübt, bevor es dann in der Klinik ernst wird. Ich bekam einen tollen Einblick in alle Bereiche der Klinik, durfte selbst für Patienten verantwortlich sein und vieles eigenständig durchführen. Dabei hatte ich stets Rückendeckung von erfahrenden Ärzten. Die Arbeitszeiten wurden sehr fair eingehalten.

Der theoretische Teil der Ausbildung fand – pandemie-bedingt – virtuell statt. Ebenfalls hatte ich eine ganze Woche Notdienst (jeweils von 17:00-8:00) mit eigenständiger Patientenversorgung und Dienste auch an den Wochenenden. Es waren pro Zeitraum etwa 13-14 Leute da, aus denen jeweils 2er Gruppen gebildet und in den verschiedenen Fachbereichen der Klinik aufgeteilt wurden.“

 

2. Erfahrungsbericht: Lina, Pharmakologie

„Einen Teil seines praktischen Jahres in der Pharmakologie zu verbringen macht vor allem Sinn für Studierende, die gerne in die Forschung gehen, am Institut selbst arbeiten wollen oder die es in die Industrie verschlägt. Ebenso übrigens auch für eine Doktorarbeit in der Pharmakologie. Die Bewerbung findet außerhalb der Online Plattform statt – hierfür gibt es ein entsprechendes Bewerbungsformular.
Es gibt im Zuge der Arbeit in der Pharmakologie für PJ-ler spezielle Arbeitsgruppen mit je 2-3 PJ-lern pro Gruppe, in denen man recht viel selbstständig arbeitet. Die Anfangsbesprechung fand virtuell statt. Das Praktikum war hervorragend betreut: Es gab immer wieder Besprechungen mit dem zuständigen Betreuer, in denen Fortschritte und Schwierigkeiten sehr gut kommuniziert werden konnten. Durch die Freiheit Arbeitszeiten selbst einzuteilen, konnte ich meine Interessen optimal mit einbinden. Sowieso gab es immer die Möglichkeit, eigene Ideen und Wünsche einbringen.

Leider konnte ich coronabedingt nicht viel Zeit im Institut verbringen und auch nicht die neuesten Geräte vor Ort testen. Wenn jemand also ein sehr modernes Forschungspraktikum plant: am besten an größere Einrichtungen wie die FLI wenden

 

3. Erfahrungsbericht: Marie, Institut für Fischkrankheiten

Fische im PJ sind ungewöhnlich? Aber an der TiHo möglich!

„Wer Lust auf praktische Arbeit in einem kleinen Team gekoppelt mit viel Mikrobiologie, Virologie, Parasitologie und auch Histologie hat, ist im Institut für Fischkrankheiten genau richtig. Insgesamt 6 Wochen bekam ich viele lehrreiche Eindrücke sowohl in die Welt der Nutz- als auch der Zierfische. Ich durfte vieles über Bestandsbetreuung und Teichwirtschaft lernen und untersuchte immer wieder Wasserproben. Aber auch in der Sprechstunde für Zierfische konnte ich Patientenbesitzer in Haltung und Fütterung beraten. Kiemenabstriche und bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen waren dabei keine Seltenheit. Was ich spannend fand: Die Betreuung des „Sea Life Hannover“ ist ebenfalls ein Aufgabenbereich der Einrichtung!
Meine kleinen Highlights waren die Tumor-Operationen, die oft an Kois durchgeführt werden. Von Rogen bis Speisefisch auf dem Teller ist im Institut für Fischkrankheiten also alles möglich, die eigene Motivation für die Paraklinik sollte man allerdings mitbringen.“

 

4. Erfahrungsbericht: Laura, Rinderklinik

„Ich verbrachte -pandemie-bedingt – von den 10 Wochen jede zweite davon vormittags in der Klinik. Dabei hatte ich die Chance jeden Fachbereich einzeln zu besuchen.

Der Tag startete mit der Visite um 8:00 Uhr. Hier wurde gemeinsam nach allen Patienten geschaut und die Aufteilung für den jeweiligen Tag entschieden. Pro Tierarzt*in war immer ein PJ-ler zugeteilt. Bis 14:00 Uhr wurde praktisch gearbeitet – am Nachmittag gab es einen Online-Theorieblock.

Besonders aufgefallen ist mir, dass es sehr viele spezielle Fälle gab. Die Kaiserschnittübung, die Ruminotomie, die vielen Gynäkologie-Übungen oder der Klauenpflegetag auf Ruthe waren besondere Highlights im Praktikum. Anzumerken ist, dass der Start mit etwas Vorwissen in der Rindermedizin leichter ist. Aber auch ohne Vorwissen ist das schnell gelernt. Und auch die körperliche Belastung ist durchaus machbar!

Ich habe mich sogar dafür entschieden das PJ auf zwei Jahre zu verlängern. So habe ich die Möglichkeit noch im Studium wichtige Kontakte zu knüpfen und eine Menge Berufserfahrung zu sammeln.“

 

5. Erfahrungsbericht: Anna, Heimtierklinik

„In den drei Abteilungen – Heimtiere, Reptilien und Vögel – waren wir jeweils zu sechst unterwegs. Aufgaben wie Medikamente verabreichen, Stationstiere versorgen, Untersuchungen und Sprechstunden begleiten und bei Operationen assistieren, gehörten zur Tagesordnung. Besondere Highlights waren für mich Amputationen von Gliedmaßen und Versorgung von Abszessen – vor allem bei Reptilien – und Kastrationen. Auch die Fallvorstellung in den täglichen Visiten oder auch die Nachbesprechung mit den Tierärzt*innen war sehr lehrreich. Ich musste insgesamt fünf Patienten in der Visite eigenständig vorstellen und mit der Unterstützung der Tierärzte vier Vorträge halten. Die Theorie lief virtuell.

Besonders positiv aufgefallen ist mir, dass für alle Aufgaben in der Klinik kaum Vorerfahrung nötig war. Auch das Arbeitsklima war sehr angenehm und die Stressbelastung gering.“

 

Wir lassen dich nicht im Regen stehen! Informiere dich über das Thema „Praktika“  in unserem kostenlosen Webinararchiv:

 

Webinar: Dos & Don`ts im Praktikum der Tiermedizin- Diese First Day Skills sind der Türöffner zum Traumjob

 

Webinar: Endlich ran an´s Tier! – Ein Praktikumsleitfaden fürs Rotationsjahr